2026

Der Kuss am Ende des Tunnels

Federweiche Fäden schweben
durch kristallgefror'ne Nacht.
Halten eben noch am Leben,
was Dir Mut und Hoffnung macht.

Grauverkohlte dunkle Zweifel
kommen nachts Dreivierteldrei -
und sardonisch grinst der Teufel,
denn er sieht: Du bist nicht frei.

Fest hält Dich die Angst vor morgen
und obwohl Du alles gibst,
sprungvermehren sich die Sorgen,
weil Du Deine Enkel liebst.

Immer schneller siehst Du rasen
den verdammten Zug ins Nichts.
Seine Bremsen schlagen Blasen.
Schwärze schluckt den Strahl des Lichts.

Sollten also wir begraben
Lebensmut und Spaß am Licht?
Nein, solange wir uns haben,
kriegt der Teufel uns doch nicht.

Ja, wir werden vieles müssen,
was die Seelen uns beschwert,
doch Dich jeden Tag zu küssen,
macht uns jeden Tag 'was wert!