2026

Auf der Flucht

Aus seltsamer Wärme wird Hitze,
und ist schon bald nicht mehr geheuer.
Sie dringt noch durch die kleinste Ritze -
alsdann bricht sie los und - wird Feuer!

Wir ahnen nicht mehr - nein, wir wissen:
schon bald wird bei uns vieles brennen.
Mit Glück wird es hier nur beschissen,
doch besser ist, wenn wir jetzt rennen.

UND KOKELN UNS AUCH SCHON DIE KLEIDER,
UND SEHEN WIR, WIE ALLES BRICHT.
NOCH KÖNNTEN WIR LÖSCHEN, DOCH LEIDER
LÖSCHEN WIR NICHT.

Dann müssen wir weg - in den Norden,
doch da schließt man Fenster und Türen.
Wir wollen dort rein (und in Horden),
obwohl hinterm Zaun Hass sie schüren.

Wie konnte es nur soweit kommen?
Warum ließen wir es geschehen?
Wir schauen uns an ganz beklommen -
und sind nun gezwungen, zu sehen ...!

UND KOKELN UNS AUCH SCHON DIE KLEIDER,
UND SEHEN WIR, WIE ALLES BRICHT.
WIR KONNTEN MAL LÖSCHEN, DOCH LEIDER
LÖSCHTEN WIR NICHT.

Wir wollten am Alten uns halten
und haben die Warner verdroschen.
Denn Pfründe galt es zu verwalten.
Deshalb fiel bei uns nie der Groschen.

Nun zittern wir ängstlich und warten
auf Feuersbrunst - die will uns fressen.
Mit dünnem Schlauch steh'n wir im Garten.
Dass der nicht hilft - wurde vergessen!

UND KOKELN UNS AUCH SCHON DIE KLEIDER,
UND SEHEN WIR, WIE ALLES BRICHT.
ES GAB ZEIT ZUM LÖSCHEN, DOCH LEIDER
LÖSCHTEN WIR NICHT.